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Ulrich-Bonse-Gastlehrstuhl für Instrumentierung

Portrait von Ulrich Bonse © Deutsches Röntgenmuseum

Die Fa­kul­tät Physik richtet zum Som­mer­se­mes­ter 2022 den Ulrich-Bonse-Gastlehrstuhl für Instrumentierung ein. Dieser wird semesterweise von in­ter­na­tio­nal ausgewiesenen Expert*innen im Be­reich der Instrumentierung besetzt. Das Ziel der Ein­rich­tung eines solchen Gastlehrstuhls ist die Stär­kung der In­ter­na­ti­o­na­li­sie­rung der Fa­kul­tät Physik im Be­reich der Lehre. Dies wird ins­be­son­de­re durch das Angebot zusätzlicher englischsprachiger Ver­an­stal­tun­gen er­reicht. Fachlich wer­den die Lehr­ver­an­stal­tun­gen neue inhaltliche Im­pul­se ge­ben, indem sie eine Brücke zwi­schen der the­o­re­tisch­en Aus­bil­dung in der Instrumentierung und den praktischen und technisch oft komplementären Er­fah­run­gen der Gastdozentinnen und Gastdozenten schlagen. Die Lehr­ver­an­stal­tun­gen spielen im neuen inter­natio­nalen Master­studien­gang „Advanced Methods in Particle Physics“ eine be­son­de­re Rolle, da sie fester Be­stand­teil des Curriculums sind.

Benennung der Gastprofessur

Der Gastlehrstuhl ist nach Prof. Ulrich Bonse benannt. Prof. Bonse wurde 1970 an die TU Dort­mund berufen und ist Gründungsmitglied der Fa­kul­tät Physik, wel­che er auch über den Zeitpunkt seiner Emeritierung im Jahr 1993 hinaus geprägt hat. Er war unter an­de­rem Dekan der Fa­kul­tät Physik, Senator der Uni­ver­si­tät und später Pro­rek­tor für For­schung. Prof. Bonse wurde mehr­fach für seine For­schung und seinen Ein­satz für die TU Dort­mund aus­ge­zeich­net, z.B. mit einer Eh­ren­dok­tor­wür­de der LMU Mün­chen, dem Physikpreis der Deut­schen Physikalischen Ge­sell­schaft sowie dem Titel des Ehrensenators der TU Dort­mund.

Prof. Bonses For­schungs­schwer­punkte waren die Röntgen-Interferometrie und die Röntgen-Mikrotomographie mit Synchrotronstrahlung, für wel­che er national und in­ter­na­tio­nal große An­er­ken­nung erfahren hat. Seine Forschungstätigkeiten in Dort­mund konzentrierten sich auf hochauflösende Mikrotomographie mit Röntgenstrahlung und Neutronen im Angströmbereich. Er ist auch heute noch Vorbild für viele ex­pe­ri­men­tell arbeitenden Phy­si­ke­rin­nen und Physiker.

Gäste:

Portrait von Andreas Jung © An­dre­as Jung​/​Purdue Uni­ver­sity

Prof. Jungs Karriere begann mit dem H1-Ex­peri­ment bei HERA, wäh­rend er an der TU Dort­mund seine Diplomarbeit in Physik schrieb. Anschließend wechselte er für sein Promotionsstudium an die Uni­ver­si­tät Heidelberg. Im Jahr 2010 ging er als wis­sen­schaft­licher Mit­ar­bei­ter zum Fermilab, um am D0-Ex­peri­ment zu ar­bei­ten, und schloss sich 2013 der CMS-Kollaboration an, wo er sich voll und ganz auf das High-Luminosity (HL) Upgrade von CMS konzentrierte. Im Jahr 2015 wurde er Assistenzprofessor an der Purdue Uni­ver­sity und erhielt 2021 den Status eines außerordentlichen Professors.

Prof. Jung ist der­zeit Mitbegründer der Top-Quark-Physikgruppe innerhalb der CMS-Kollaboration und ver­ant­wort­lich für das Design, die Op­ti­mie­rung und die Herstellung aller CMS-Kohlefaserverbundstoff-Trägerstrukturen. Seine F&E-Ak­ti­vi­tä­ten im Be­reich der Instrumente und De­tek­to­ren konzentrieren sich auf die Auf­rüs­tung des CMS-Pixel- und Außenverfolgungsdetektors mit hoher Leuchtkraft sowie auf Blue-Sky-F&E im Hinblick auf integrierte Minimalmasse-Trägerstrukturen für künftige De­tek­to­ren bei den FCC-ee/hh-Ex­pe­ri­men­ten. Er be­schäf­tigt sich auch mit der Nutzung modernster Quantencomputer zur Beschleunigung komplexer Daten-Clustering-Probleme des HL-LHC oder verwandter schwieriger Probleme. Lau­fen­de und künftige Datenanalysen konzentrieren sich auf die Top-Quark-Physik und ins­be­son­de­re auf mehrdimensionale Mes­sungen von Top-Quark-Spinkorrelationen und -Polarisationen sowie deren Interpretation, um das SM in nie dagewesenem Maße in Fra­ge zu stellen.

Portrait von Jean-Michel Ménard © Jean-Michel Ménard​/​Uni­ver­sity of Ottawa

Jean-Michel Ménard ist außerordentlicher Pro­fes­sor im Fachbereich Physik an der Uni­ver­si­tät Ottawa, wo er 2016 das Ultrafast-THz-Labor eröffnete, in dem pho­to­ni­sche Sys­te­me zur Materialcharakterisierung unter­gebracht sind. Dr. Ménard pro­mo­vierte 2011 an der Uni­ver­sity of Toronto, bevor er als Postdoktorand an der Uni­ver­si­tät Regensburg und am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts forschte. Er ist Alexander von Humboldt-Stipendiat, Mitglied des Joint Centre for Extreme Photonics und Fellow des Max Planck-Ottawa Centre for extreme and quantum photonics.

Prof. Ménards For­schung liegt an der Schnitt­stelle von THz-Pho­to­nik, experimenteller Physik kondensierter Ma­te­rie und nichtlinearer Optik. Aktuelle Projekte seiner Gruppe konzentrieren sich auf die Ver­bes­se­rung zeitaufgelöster Spektroskopietechniken und die Nutzung der Ei­gen­schaf­ten von 2D-Quantensystemen.

Portrait von Daniel Mazin © Daniel Mazin​/​Uni­ver­sity of Tokyo

Prof. Mazin wurde 1976 in Sankt Pe­ters­burg, Russland, geboren. Er erwarb 2003 sein Diplom in Physik an der Uni­ver­si­tät Hamburg, Deutsch­land. Sein Promotionsstudium absolvierte er am Max-Planck-Institut für Physik in Mün­chen und pro­mo­vierte 2007 an der Technischen Uni­ver­si­tät Mün­chen. Nach ei­nem Aufenthalt als Postdoktorand am IFAE Barcelona, Spanien, wurde er 2012 Otto-Hahn-Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Physik. Im Jahr 2014 wurde er Assistenzprofessor am ICRR der Uni­ver­si­tät Tokio, wo er seit 2018 als Project Associate Pro­fes­sor tätig ist.

Prof. Mazins wissenschaftliches Hauptinteresse gilt der ex­pe­ri­men­tel­len As­tro­teil­chen­phy­sik mit sehr hochenergetischer (VHE, E>20 GeV) γ-Strahlung. Sein Ziel ist es, die phy­si­ka­lischen Mechanismen der Teilchenbeschleunigung in AGNs aufzudecken und die daraus resultierende γ-Strahlung für das Ver­ständ­nis der Geschichte der Sternbildung im Universum zu nut­zen. Um dies zu er­rei­chen, hat er mit dem Bau eines weltweiten γ-Strahlen-Observatoriums der nächsten Ge­ne­ra­ti­on begonnen und versucht, die Cherenkov-Tech­nik mit neuen Niederenergie-Trigger-Systemen und leistungsfähigeren Photosensoren zu ver­bes­sern. Prof. Mazin ist aktiv an der MAGIC-Kollaboration und dem CTA-Kon­sor­ti­um be­tei­ligt, wo er sich auf den Bau und die Nutzung des Large Size Telescopes CTA konzentriert.

Portrait von Christian Manzoni © Christian Manzoni​/​Politecnico di Milano

Dr. Cristian Manzoni pro­mo­vierte 2006 in Physik an der Fa­kul­tät für Physik des Politecnico di Milano. Von 2009 bis 2010 war er Gastwissenschaftler an der Max-Planck-Forschungs­gruppe für Strukturdynamik (CFEL, DESY, Hamburg). Seit 2010 arbeitet er am Institut für Pho­to­nik und Nanotechnologien des Italienischen Nationalen Forschungsrats (IFN-CNR), wo er jetzt Senior Researcher ist. Von 2011 bis 2020 war er au­ßer­dem Vertragsprofessor für Physik am Politecnico di Milano.

Seine Forschungstätigkeit konzentriert sich auf die Ent­wick­lung von ultrabreitbandigen parametrischen Verstärkern für die Er­zeu­gung von Lichtpulsen mit we­ni­gen Zyklen im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Spektralbereich. Dazu gehört auch die Cha­rak­te­ri­sie­rung von Lichtpulsen und deren Manipulation für An­wen­dungen in der zeitaufgelösten Spektroskopie von or­ga­ni­schen und anorganischen Systemen und für die Un­ter­su­chung von femtochemischen Reaktionen.  Die spektroskopischen Charakterisierungen umfassen Pump-Probe, 2D-Spektroskopie und Raman-induzierte Pro­zes­se auf Femtosekunden-Zeitskalen. Seit kurzem konzentriert er sich auf die Fourier-Transformations-Hyperspektralbildgebung und -mikroskopie im sichtbaren und infraroten Spektralbereich sowie auf deren Kopplung mit der ultraschnellen Wis­sen­schaft für An­wen­dungen in der Fern- und Umweltsensorik, der Naturschutzwissenschaft, der Si­cher­heit und der me­di­zi­nischen Bildgebung.

För­de­rung

Der Gastlehrstuhl wird durch den DAAD und Mitteln des BMBF im Rah­men des Gastdozentenprogramms ge­för­dert.

Kontakt

Kalender

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord be­fin­det sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bo­chum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu er­rei­chen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwi­schen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwi­schen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Stre­cke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu er­rei­chen ist.

Interaktive Karte

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zu­dem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark.

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