Subzyklenkontrolle extrem starker Licht-Materie-Kopplung
- Colloquium

Subzyklenkontrolle extrem starker Licht-Materie-Kopplung
Optische Mikroresonatoren ermöglichen die präzise Kontrolle der Licht-Materie-Wechselwirkung auf Skalen weit unterhalb der Wellenlänge des Lichts. Die Kopplungsstärke wird mit der Vakuum-Rabifrequenz ΩR quantifiziert, welche die Rate des Energieaustausches zwischen Vakuum-Lichtfeld und elektronischer Anregung beschreibt. Metallische Resonatoren im Terahertz-Spektralbereich quetschen die elektrischen Felder räumlich um Faktoren von bis zu ~109 ein, sodass ΩR vergleichbar mit der Oszillationsperiode des Lichtes, ωc , wird. Solche extrem stark überhöhten elektrischen Vakuumfelder führen zu neuartigen Quantenphänomenen, beeinflussen chemische Reaktionen und kontrollieren Supraleitung – auch gänzlich ohne optische Anregung. Neuartige Strukturen erlauben nicht nur eine Rekordkopplungsstärke von ΩR / ωc = 1.3, sondern erstmalig auch die Kontrolle von ΩR weit schneller als ein einzelner Lichtzyklus. Hierzu werden spezielle Schaltelemente des Resonators durch optische Femtosekundenimpulse angeregt, wodurch die Resonatormoden quasi-instantan zusammenbrechen. Der Kollaps der Kopplungsstärke wird dabei von charakteristischen Oszillationen der Polarisationsantwort begleitet, die auf einen extrem schnellen, nichtadiabatischen Energietransfer aus dem Vakuumzustand hinweisen – vergleichbar mit der Unruh-Hawking-Strahlung schwarzer Löcher.
![Band structure of 2D semimetal based on HgTe quantum well. Experimental points are obtained from the analysis of the cyclotron resonance in the quasi-classical approximation. Solid lines are predictions of the kp theory with no free parameters. Splitting of the conduction (e1,2) and valence (h1) band is due to the quantum confinement. [J. Gospodaric, AP, et al., PRB 104, 115307].](/storages/physik/_processed_/b/5/csm_Kolloquium_Pimenov_0fa7761647.png)





