Berufung von Herrn Sabass

Herr Sabaß studierte Physik an der Universität Heidelberg, wo er auch seine Begeisterung für Forschung zur „Physik des Lebens“ entdeckte. Nach einer Promotion in theoretischer Physik an der Universität Stuttgart wechselte er 2012 zunächst für ein Jahr in die Industrie und arbeitete in einem Entwicklungsprojekt zum Thema Elektromobilität. Von 2014 bis 2016 forschte er als DAAD-Postdoctoral Fellow an der Princeton University. Im Anschluss übernahm er von 2016 bis 2020 eine Forschungsgruppenleitung am Forschungszentrum Jülich im Institut für Biological Information Processing. Im August 2020 nahm er einen Ruf auf eine Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität München an, wo er an der Tierärztlichen Fakultät und an der Fakultät für Physik tätig war. Für seine Forschung erhielt er unter anderem einen ERC Starting Grant.
Die Arbeit von Prof. Sabaß zeichnet sich durch die enge Verbindung theoretischer Physik mit biologischen Fragestellungen aus. Ein zentrales Forschungsthema ist die „Mikromechanik des Lebens“. Um diese Mikromechanik sichtbar zu machen, entwickelt er Mikroskopiemethoden, mit denen sich zelluläre Kräfte präzise messen lassen. Auf diese Weise kann beispielsweise untersucht werden, wie sich Krebszellen bewegen, wie Pathogene einen Wirt infizieren oder wie sich komplexe Organe bilden.
Ein weiteres Forschungsinteresse von Prof. Sabaß gilt den Wechselwirkungen zwischen Klimawandel und mikrobiellem Leben, insbesondere der Methanogenese. Atmosphärisches Methan trägt derzeit rund 0.5 °C zur globalen Erwärmung bei, sodass die Reduktion der Emissionen zu den dringendsten Herausforderungen zählt. In diesem Zusammenhang betreibt er sowohl Grundlagenforschung als auch die Entwicklung von Wirkstoffen zur gezielten Hemmung der Methanogenese im Pansen von Wiederkäuern.



![3D visualisation of human neuronal tissue reconstructed by multi-scale X-ray phase contrast tomography. Neuronal cell nuclei are shown in yellow for the granule neurons in the dentate gyrus region of the hippocampus. Blood vessels are shown in red. By changing the X-ray optical magnification in the multi-scale recordings, one can zoom into regions-of-interest (red ovals). In these scans the resolution is high enough to resolve sub-structures of the nucleus, associated with different DNA packing regimes. Adapted from [6]](/storages/physik/_processed_/e/4/csm_Kolloquium_Salditt_0e30a3f090.png)




