Zum Inhalt

Horizon Europe Doctoral Networks zur Erforschung von Blitzen

Die Fakultät Physik hostet das Horizon Europe MSCA Doctoral Network Gamma Radiation from the Atmosphere for Investigation and Learning (GRAIL) unter der Leitung von Dr. Dr. Christoph Köhn (TU Dortmund) und wird demnächst Teil des Horizon Europe Doctoral Network Science for Wind turbine Resilience to Lightning (SWIRL) unter der Leitung von Joan Montanyà (Polytechnische Universität Katalonien, UPC). Jedes dieser Netzwerke besteht aus internationalen Konsortien und wird europaweit 15 Promotionsprojekte fördern.

Aufdeckung hochenergetischer Emissionen von Gewittern (GRAIL) 

Gewitter emittieren Strahlung über ein Spektrum von sichtbarem Licht bis hin zu Röntgen- und Gammastrahlen. Diese gehören zu den energiereichsten natürlichen Prozessen auf der Erde und erreichen Energien, die über die von radioaktiven Zerfallsketten hinausgehen. Ursprünglich galten diese Emissionen jahrzehntelang als selten. Jüngste Messungen haben jedoch gezeigt, dass hochenergetische Emissionen tatsächlich häufig vorkommen und deutlich komplexer sind als bisher angenommen. Die Europäische Kommission hat GRAIL mit ca. 4,6 Mio. EUR für 15 Promotionsprojekte zur Erforschung der Entstehung dieser hochenergetischen Strahlung und ihrer Auswirkungen auf Mensch, Technik und Natur in einem koordinierten Programm. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wechselwirkung von Blitzen mit Windkraftanlagen (SWIRL) 

Blitze stellen ein erhebliches Risiko für Windkraftanlagen dar, die aufgrund ihrer Höhe, der Verwendung moderner Verbundwerkstoffe und der zunehmenden Integration empfindlicher Elektronik besonders gefährdet sind. Da Windenergie ein wichtiger Bestandteil unserer klimaneutralen Zukunft wird, stellen Blitzschäden an Windkraftanlagen eine erhebliche Bedrohung für Europas Energiewende dar, die mit dem Ausbau von Windparks und dem technologischen Fortschritt bei Windkraftanlagen voraussichtlich zunehmen wird. Das Horizon Europe Doctoral Network SWIRL wird ab 2027 15 Promotionsprojekte fördern, die die Wechselwirkung von Blitzen und Windkraftanlagen in einem koordinierten Programm untersuchen. Dieses umfasst fortgeschrittene Hochspannungslaborexperimente, Messungen vor Ort, Datenanalyse und numerische Modellierung. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Blitzschlagfestigkeit von Windkraftanlagen. Für weitere Informationen zu SWIRL wenden Sie sich bitte an Christoph Köhn, den Ansprechpartner an der TU Dortmund.